Jutta Kamensky Gesundheits- & Ernährungspsychologie

Genießen ist: Wenn die Mundwinkel die Ohren suchen!

Echte Genießer sind Profis in Sachen Gesundheit. Als Experten für innere Balance, Erholung und Entspannung glänzen sie mit einer starken Psyche, Gelassenheit und einem hohen Maß an Selbstbewusstsein.

Echte Genießer wissen ganz genau, wie sie selbst und auf direktem Weg für gute Gefühle sorgen können. Wer bewusst genießen kann, hat seine Stimmung im Griff und besitzt eine wichtige Ressource für sein Wohlbefinden.

Gute Gefühle ...

  • stärken Willenskraft und Motivation
  • sichern den Erfolg, wenn Klienten Gewohnheiten ändern wollen
  • sind ein wirksames Gegenmittel bei emotionalem Essen
  • helfen beim Lernen von neuen Fähigkeiten
  • verbessern das Gedächtnis und halten geistig fit
  • erhöhen die Leistungsfähigkeit
  • beugen Stress und Burnout vor
  • fördern das seelische und körperliche Wohlbefinden
  • schützen die psychische Gesundheit
  • erhalten — wissenschaftlich belegt — die Lebensqualität beim Älterwerden

Genüsslich leben und arbeiten — geht das überhaupt?

Ja, aber es geht nicht auf Kommando. Bevor die guten Gefühle wachsen können, muss man ihnen zuerst einen fruchtbaren Boden bereiten. Viele Menschen haben es in Zeiten von Reizüberflutung und Multitasking verlernt, sich auf das Wesentliche und vor allem auf das Gute zu konzentrieren. Die kleinen Freuden des Alltags sind völlig aus dem Blick geraten.

Genießen kann man lernen — in einem Genusstraining. Die Kompetenz, die man dabei erwirbt, heißt Genussfähigkeit.

Was ist Genusstraining?

In einem Genusstraining können Sie genießen — wieder — lernen, oder Ihre persönliche Sammlung an Genüsslichkeiten vergrößern und optimieren. Das Genusstraining zählt zu den sogenannten euthymen Behandlungsverfahren. Der Begriff „euthym" stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt: „Was der Seele gut tut."

Das Genusstraining wurde in den 1980er Jahren von den deutschen Psychologen Rainer Lutz und Andreas Koppenhöfer entwickelt. Ihre „Kleine Schule des Genießens" (1983) formulierte erstmals systematisch, was heute empirisch gut belegt ist: Wer lernt, kleine Sinnesfreuden bewusst wahrzunehmen, verändert damit langfristig seine psychische Regulation — unabhängig von großen Lebensereignissen.

Die positive Wirkung auf die psychische Gesundheit ist seit mehreren Jahrzehnten wissenschaftlich erwiesen.

Für Fachleute bedeutet das: Genusstraining ist kein Entspannungskurs. Es ist eine klinisch erprobte, verhaltenstherapeutisch verankerte Methode mit klarer theoretischer Basis.

Nur wer genießt, ist genießbar!

Genussfähigkeit ist eine ideale Quelle für die innere Balance und eine verlässliche Tankstelle, die zum Ausgleich in turbulenten Zeiten immer zur Verfügung steht. Eine gute Portion Selbstfürsorge und regelmäßige klitzekleine Freu-Erlebnisse schicken Stress erfolgreich in die Pause. Gleichzeitig kommt ein Stückchen mehr Gesundheit ins Leben.

Genuss erlauben ist Voraussetzung

Sich selbst etwas Gutes zu tun, ist für viele Menschen kein Vergnügen. Entweder merken sie nicht mehr, wann es Zeit für Erholung ist. Oder sie genießen mit schlechtem Gewissen. Wer nach der Devise lebt „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen", träumt ewig von Genussmomenten, ohne sie jemals hautnah zu erleben.

Genuss braucht so etwas wie eine Freischaltung im Kopf: die persönliche Genuss-Erlaubnis. Sie stellt sich ein, wenn man mit Genüsslichkeiten in einer ganz bestimmten Art und Weise umgeht. Sich Genuss erlauben kann man lernen.

Das ist einer der Gründe, warum Genusstraining in der therapeutischen und beratenden Arbeit so wirkungsvoll ist: Es setzt genau dort an, wo Problemlösung allein nicht weiterkommt — beim aktiven Aufbau von Freude, Lebensqualität und innerer Ressource.

Genuss — ein Fest für die Sinne

Die Sinne öffnen den Zugang zum guten Gefühl. Deshalb ist es wichtig, zuerst einmal die Sinne zu schulen. Genusstraining arbeitet systematisch mit allen fünf Sinneskanälen:

  • Sehen — bewusstes Wahrnehmen von Farben, Formen, Licht, Bewegung
  • Hören — Klänge, Stille, Rhythmus, Stimmen
  • Tasten — Temperaturen, Oberflächen, Druck, Bewegung am Körper
  • Riechen — Düfte als direkter Zugang zu Emotionen und Erinnerungen
  • Schmecken — Aromen, Texturen, das langsame Wahrnehmen von Geschmack

Sind Nase, Hände, Augen, Geschmackssinn und Ohren zum Empfang bereit, heißt es üben, üben, üben. Denn nur durch Erfahrung bekommt man heraus, was einem in welcher Menge gut tut.

Der therapeutische Kern liegt nicht im einzelnen Sinneserlebnis, sondern in der Haltung dahinter: Aufmerksamkeit verlangsamen, Urteil zurückstellen, Erleben zulassen. Diese Haltung lässt sich trainieren.

Warum die Schokoladenübung nur ein winziger Teil ist

Wer „Genusstraining" googelt, stößt schnell auf die Schokoladenübung — ein einzelnes, populär gewordenes Beispiel aus dem Achtsamkeits-Mainstream. Das ist verständlich: Sie ist anschaulich, leicht zu erklären, gut filmbar.

Aber sie ist auch trügerisch. Wer glaubt, Genusstraining sei „Schoki langsam essen", unterschätzt die Methode erheblich.

Systematisches Genusstraining nach Lutz und Koppenhöfer umfasst alle fünf Sinneskanäle, eine strukturierte Programmarchitektur über mehrere Einheiten, die Arbeit mit individuellen Genussbremsen und Genussverboten sowie die klinische Anwendung bei psychischen Erkrankungen. Es ist eine vollständige therapeutische Methode — keine Einzel-Übung.

Für Fachleute, die das Verfahren professionell einsetzen wollen, beginnt der Unterschied genau hier.

Was passiert in einem Genusstraining?

Zuerst üben die Teilnehmer im Genusstraining einen ganz speziellen Umgang mit allem, was Genuss verspricht. Dann verfeinern sie in kleinen Schritten ihre Sinne und gehen auf Entdeckungsreise, was Nase, Augen, Mund, Händen und Ohren gefallen könnte. Dazu finden sie im Laufe des Genusstrainings auch heraus, was sich im eigenen Leben sonst noch an Genüssen versteckt: Wohlfühlorte zum entspannten Auftanken, liebevolle Beziehungen, Anregendes für den Geist, Wohltuendes für das Herz.

Und das Wichtigste: Ein Genusstraining hilft dabei, sich die innere Erlaubnis zum Genießen zu geben. Das macht ein gutes Gewissen, frei und stärkt das Selbstvertrauen — weil man sich ab sofort auf sich und seine Sinne verlassen kann.

Klinische Anwendungsbereiche

Genusstraining hat sich in einer Reihe von klinischen und beratenden Kontexten bewährt:

  • Depression — Wiederaufbau positiver Verstärkung als Gegenpol zu Anhedonie und Rückzug
  • Anhedonie — gezielte Aktivierung von Genussfähigkeit bei verminderter Freudempfindung
  • Burnout und Erschöpfung — Gegenpol zur Überlastung durch bewusstes Innehalten
  • Essstörungen — Entkopplung von Essen und Kontrolle, Wiederentdeckung von Sinnesfreude
  • Emotionales Essen — Aufbau alternativer Wege zu guten Gefühlen ohne Nahrung
  • Chronischer Stress — Aufbau von Ausgleichsressourcen im Alltag
  • Schmerztherapie — positive Sinneserfahrungen als Gegenpol zur Schmerzwahrnehmung

Genusstraining ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung, ergänzt sie jedoch wirkungsvoll — insbesondere im Bereich Ressourcenaktivierung.

Für wen ist Genusstraining geeignet?

Genusstraining ist eine Methode für Fachleute, die es anwenden — und für deren Klienten, die davon profitieren.

Klinische und ambulante Fachkräfte:
Psychologische Psychotherapeuten, Psychiater, klinische Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Pflegefachkräfte in Psychosomatik und Psychiatrie können Genusstraining als ergänzendes Verfahren in Einzel- und Gruppenarbeit einsetzen.

Berater mit psychologischem Schwerpunkt:
Ernährungspsychologen, Coaches und Kursleiter, die Klienten mit emotionalem Essverhalten, Stressbewältigung oder psychischer Erschöpfung begleiten, finden im Genusstraining ein klinisch fundiertes, praxistaugliches Werkzeug.

Einrichtungen:
Reha-Kliniken, Psychosomatik-Abteilungen, psychiatrische Einrichtungen und Pflegeheime können einzelne Mitarbeiter ausbilden lassen. Diese setzen das Verfahren anschließend strukturiert in der eigenen Einrichtung mit Patienten und Klienten ein. Die Buchung läuft über das normale Anmeldeformular — der Arbeitgeber wird als Rechnungsadresse eingetragen, kein Sonderprozess.

Häufige Fragen zum Genusstraining

Was ist Genusstraining?

Genusstraining ist ein verhaltenstherapeutisch fundiertes Verfahren zur Förderung von Genussfähigkeit und psychischer Gesundheit, entwickelt von Lutz und Koppenhöfer (1983). Es arbeitet systematisch mit allen fünf Sinneskanälen und wird in klinischen, ambulanten und beratenden Kontexten eingesetzt.

Was ist euthyme Therapie?

Euthyme Therapie ist der verhaltenstherapeutische Ansatz, aus dem das Genusstraining entstanden ist. „Euthym" (griech.) bedeutet „Was der Seele gut tut". Die euthyme Therapie stellt positive Erlebnisse und Wohlbefinden als eigenständige therapeutische Ziele ins Zentrum — nicht nur als Nebenwirkung von Problemlösung.

Was ist der Unterschied zwischen Genusstraining und Achtsamkeit?

Achtsamkeit und Genusstraining teilen die Idee der bewussten Wahrnehmung, unterscheiden sich aber im Ansatz: Genusstraining zielt explizit auf die Steigerung von Genussfähigkeit und positiven Sinneserfahrungen ab — als therapeutisches Ziel, nicht nur als Haltung. Es ist ein strukturiertes Programm, kein meditatives Prinzip.

Für wen ist Genusstraining geeignet?

Für Fachleute, die das Verfahren in ihrer therapeutischen oder beratenden Arbeit einsetzen möchten: Psychologen, Psychotherapeuten, Ergotherapeuten, Pflegefachkräfte in Psychosomatik und Psychiatrie sowie Berater mit psychologischem Schwerpunkt.

Wie lange dauert eine Genusstraining-Ausbildung?

Die Ausbildung bei Jutta Kamensky umfasst 3 Tage / 22 Unterrichtseinheiten als Online-Webinar.

Was kostet die Ausbildung?

659 Euro,  inkl. ausführlichem Kursleitermanual

Kann meine Einrichtung Mitarbeiter zur Ausbildung schicken?

Ja. Die Anmeldung läuft über das normale Buchungsformular, die Rechnungsadresse des Arbeitgebers wird dort eingetragen. Eine separate Anfrage ist nicht nötig.

Über Jutta Kamensky

Jutta Kamensky ist Diplom-Oecotrophologin (M.P.H.) und seit über 20 Jahren spezialisiert auf Ernährungspsychologie, Verhaltensänderung und Genusstraining. Sie hat das Genusstraining-Verfahren von Grund auf gelernt, jahrelang in der Praxis eingesetzt und schult seit Jahren Fachleute in seiner Anwendung.

Als langjährige Dozentin an der Universität Ulm — u. a. für Arzt-Patient-Gespräch in der Mediziner-Ausbildung — verbindet sie wissenschaftliche Fundierung mit konkretem Praxistransfer. Ihre Online-Seminare laufen in kleinen Gruppen (max. 12 TN) mit dem Anspruch, dass am Ende wirklich angewendet werden kann, was gelernt wurde.

Sie möchten Genusstrainer werden?

Sie sind überzeugt, dass Genusstraining eine echte Bereicherung für Ihre Tätigkeit ist, und wollen Ihre Klienten professionell auf dem Weg zu mehr Lebensfreude begleiten? Sie möchten das psychologische Hintergrundwissen kennenlernen und mit einem praxistauglichen Kursmanual eigene Seminare durchführen?

Dann machen Sie die Ausbildung zum Genusstrainer.

Was Sie mitbringen: Fachliche Grundlage in Psychologie, Psychotherapie, Pflege, Beratung oder einem verwandten Bereich.

Was Sie mitnehmen: Das vollständige Handwerkszeug für Genusstraining in Gruppen und Einzelsitzungen — inkl. des ausführlichen Kursleitermanuals mit allen Modulen, Übungsanleitungen und Materialien.

Nächster Termin: 7.–9. Oktober 2026

→ Zur Ausbildung und Anmeldung

Genießen lernen im Genusstraining — für Ernährungsberater

Sie sind Ernährungsberater und möchten Genussmethoden direkt in Ihre Gruppenarbeit integrieren? Das zweitägige Seminar „Genießen lernen im Genusstraining" bietet zwei Tage intensive Praxis mit allen fünf Sinneskanälen — und das nötige psychologische Hintergrundwissen, um die Methoden sofort in der eigenen Beratung und Gruppenarbeit einzusetzen.

Nächster Termin: 26.–27. Oktober 2026

→ Zum Seminar